Kinder in Auschwitz

Sie waren noch als Kinder mit ihren Familien nach Auschwitz deportiert worden und wurden noch als Kinder oder Jugendliche – allein geblieben – befreit.  Die Ausstellung  des Autors Alwin Meyer basiert auf Gesprächsprotokollen, die über viele Jahre hinweg bei Begegnungen mit Überlebenden in Polen, in Israel, der Ukraine, in Belarus, in Ungarn, der Tschechischen Republik, der Slowakei, in Deutschland, den USA und der Schweiz entstanden sind. Manche von Meyers Gesprächspartnern leben nicht mehr, alle aber haben ihm ihre Lebensgeschichten nach der Befreiung anvertraut: Sie erzählen von der oft jahrzehntelangen Suche nach ihrer tatsächlichen Identität, nach ihrem Namen und ihrer Familie. Viele von ihnen haben keine Anknüpfungspunkte zu ihrem Leben vor Auschwitz, zu ihrer tatsächlichen Heimat oder zu ihrer Muttersprache gefunden: Sie haben sich in einem neuen Leben einrichten müssen, das aber immer ein Leben "nach Auschwitz" geblieben ist.

 

Prof. Dr. Sybille Steinbacher, Frankfurter Allgemeine Zeitung:

"Alwin Meyer hat den Kindern von Auschwitz ein anrührendes und akribisch recherchiertes Buch gewidmet. Dass unter den ermordeten Juden überproportional viele Kinder waren, ist zwar eine bekannte, doch bis heute wenig beachtete Tatsache. […] Es gelingt ihm auf berührende, fesselnde und geradezu irritierend ruhige Weise, was Saul Friedländer einfordert, 'das Primärgefühl der Fassungslosigkeit' zu bewahren. […] Meyers Werk ist nicht nur eine eindrucksvolle Rechercheleistung, sondern auch ein faszinierend komponiertes Buch."