Neustadt hält Kurs auf mehr Teilhabe und Miteinander!

Willkommen auf der Website der Partnerschaft für Demokratie (PfD) Neustadt in Holstein, einer von bundesweit 333 Partnerschaften im Rahmen des Bundesprogramms »Demokratie leben!«. Unser Kompass: Haltung. Unser Ziel: Demokratie stärken, Vielfalt gestalten, Extremismus vorbeugen. Gemeinsam nehmen wir Kurs auf mehr Mitbestimmung und Miteinander in unserem Ostseestädtchen – für einen respektvollen Umgang aller Bürger*innen.

Aktuelles

Neues und Wissenswertes rund um die Partnerschaft für Demokratie Neustadt in Holstein (PfD). Wir freuen uns immer über Infos und Tipps, die unsere Arbeit betreffen, insbesondere über Termin-Hinweise, die wir nach Prüfung gern hier veröffentlichen. Zusendungen bitte an: dseidel@stadt-neustadt.de

Demokratiekonferenz: Begegnung als Schlüssel zum Zusammenhalt

Wie kann gesellschaftlicher Zusammenhalt gelingen, wenn politische Positionen immer weiter auseinanderzudriften scheinen? Mit dieser Frage beschäftigten sich die Teilnehmenden der diesjährigen Demokratiekonferenz der Partnerschaft für Demokratie Neustadt in Holstein (PfD) in der Kulturwerkstatt Forum. Im Mittelpunkt des Abends stand der Historiker und Autor Clemens Tangerding, der aus seinem Buch „Rückkehr nach Rottendorf. Von Rechten, Linken und anderen normalen Leuten“ las. Dabei stellte er nicht politische Lager oder Konflikte in den Vordergrund, sondern die Frage, wie Menschen trotz unterschiedlicher Ansichten miteinander im Gespräch bleiben können. Sein Fazit: Verständigung bedeutet nicht zwangsläufig Einigkeit. Entscheidend sei vielmehr die Bereitschaft, die Perspektiven anderer kennenzulernen und Räume für Begegnung offen zu halten. Im anschließenden Austausch wurde deutlich, wie relevant diese Fragen auch für die Besucherinnen und Besucher sind. Menschen verschiedener Generationen beteiligten sich an der Diskussion – vom Schüler bis zu älteren Teilnehmenden. Gemeinsam wurde darüber gesprochen, welche Rolle die eigene Haltung in gesellschaftlichen Konflikten spielt und wie ein respektvoller Dialog auch bei unterschiedlichen Meinungen gelingen kann. Die Demokratiekonferenz bot dabei weniger fertige Antworten als vielmehr Denkanstöße. Viele Gäste nahmen die Anregung mit, genauer hinzuschauen, wo Begegnung, gemeinsames Handeln und die Übernahme von Verantwortung über politische Unterschiede hinweg möglich sind – im Alltag, im Beruf, im Ehrenamt oder in der Politik. Die Veranstaltung machte deutlich: Gesellschaftlicher Zusammenhalt entsteht nicht von selbst. Er wächst dort, wo Menschen bereit sind, einander zuzuhören, Verantwortung zu übernehmen und gemeinsame Erfahrungen zu schaffen.

„Danke-Wand“ – Wertschätzung für ehrenamtliches Engagement

Mit der Aktion „Danke-Wand“ zum Tag des Ehrenamtes setzt die PfD Neustadt in Holstein im Rahmen des „Ehrentags“ ein sichtbares Zeichen der Wertschätzung für ehrenamtliches Engagement. An der zentral gelegenen Projektwerkstatt wird eine große Pinnwand aufgestellt, die alle Bürgerinnen und Bürger dazu einlädt, Danke zu sagen. Unter der Überschrift „was ich dem Ehrenamt schon immer mal sagen wollte...“ können Passantinnen und Passanten persönliche Botschaften hinterlassen und sich bei einzelnen Personen, Gruppen oder Organisationen für ihren Einsatz bedanken. Vor Ort liegen Stifte bereit, sodass jede und jeder spontan mitmachen kann. Die Aktion soll zeigen, wie wichtig ehrenamtliches Engagement für das gesellschaftliche Miteinander in der Stadt ist und den vielen Engagierten eine öffentliche Anerkennung schenken. Ob im Sportverein, in sozialen Projekten, bei der Feuerwehr, in der Nachbarschaftshilfe oder in kulturellen Initiativen – Ehrenamt verbindet Menschen und stärkt die Gemeinschaft. Mit der „Danke-Wand“ möchten wir all denjenigen eine Stimme geben, die oft im Hintergrund Großes leisten.

Zum 8. Mai: Erinnerung an August Roßburg

Der 8. Mai 1945 markiert das Ende des Zweiten Weltkriegs und die Befreiung Deutschlands vom Nationalsozialismus. Dieser Tag ist zugleich Anlass, an die Menschen zu erinnern, die wegen ihres politischen Engagements verfolgt, entrechtet und ermordet wurden. Einer von ihnen war August Roßburg. August Roßburg trat bereits 1905 der SPD bei und engagierte sich über viele Jahre hinweg politisch in Neustadt. 1919 kandidierte er erstmals für den Neustädter Stadtrat. Zwar erhielt er zunächst kein Mandat, rückte jedoch 1920 über die Liste nach und war bis 1924 Stadtverordneter. Mit der Machtübernahme der Nationalsozialisten im Jahr 1933 wurde die SPD verboten. Wie viele Sozialdemokratinnen und Sozialdemokraten zog sich auch August Roßburg unter den Bedingungen von Verfolgung und Repression weitgehend aus der aktiven Politik zurück. Im August 1944 geriet er dennoch ins Visier der nationalsozialistischen Verfolgungsbehörden. Im Rahmen der sogenannten „Aktion Gewitter“, einer reichsweiten Verhaftungswelle gegen ehemalige sozialdemokratische und kommunistische Funktionäre, wurde August Roßburg gemeinsam mit weiteren Neustädter Oppositionellen verhaftet. Die Verhaftungslisten waren unter Mitwirkung örtlicher Behörden erstellt worden. Zusammen mit Berta Friedrichsen und Karl Baade deportierte man ihn in das Konzentrationslager Neuengamme. Die Haftbedingungen im KZ Neuengamme waren unmenschlich. August Roßburg litt schwer unter Hunger, Gewalt und Krankheit. Mehrfache Eingaben seiner Familie und seines Arbeitgebers blieben erfolglos. Am 19. Januar 1945 starb er im Konzentrationslager. Als offizielle Todesursache wurde eine Darmerkrankung angegeben – eine häufig verwendete Bezeichnung für die Folgen der katastrophalen Lebensbedingungen in den Lagern. Das Schicksal von August Roßburg erinnert uns daran, wohin Ausgrenzung, politische Verfolgung und die Zerstörung demokratischer Strukturen führen können. Gerade am 8. Mai gilt es, die Erinnerung an die Opfer des Nationalsozialismus wachzuhalten und Verantwortung für Demokratie, Menschenwürde und Freiheit zu übernehmen.

Verschwörungserzählungen- Antisemitismus im alten und neuen Gewand

Vom 7. bis 16. Mai 2026 präsentiert die PfD Neustadt in Holstein in Kooperation mit der Stadtbücherei eine informative und zugleich gesellschaftlich hochaktuelle Ausstellung, die sich mit Verschwörungserzählungen in Vergangenheit und Gegenwart auseinandersetzt. Im Zentrum stehen insbesondere antisemitische, migrantenfeindliche sowie weitere menschenfeindliche und rechtsextreme Narrative. Die Ausstellung zeigt auf, wie solche Erzählungen entstehen, sich verbreiten und welche Auswirkungen sie auf gesellschaftliche Diskurse und das Zusammenleben haben können. Darüber hinaus werden zentrale Begriffe und aktuelle Debatten verständlich eingeordnet. Besucherinnen und Besucher erhalten Einblicke in die zugrunde liegenden Strukturen und Mechanismen von Verschwörungserzählungen und werden dabei unterstützt, diese kritisch zu hinterfragen und besser zu erkennen. Die Ausstellung richtet sich an alle Interessierten und lädt dazu ein, sich mit einem wichtigen Thema unserer Zeit differenziert auseinanderzusetzen.

Ausstellung: „Cap Arcona – Erinnern an ein Verbrechen“

Vom 27. April bis zum 8. Mai 2026 findet in der Neustädter Stadtkirche eine besondere Ausstellung statt, die sich einem bewegenden Kapitel der Geschichte widmet: der Tragödie der Cap Arcona. Die Wanderausstellung wurde von den Neustädter Schulen in Zusammenarbeit mit dem Museum Cap Arcona erarbeitet. Sie beleuchtet die historischen Hintergründe, das Geschehen sowie die Folgen dieses Verbrechens und lädt Besucherinnen und Besucher dazu ein, sich intensiv mit Erinnerungskultur und Verantwortung auseinanderzusetzen. Die Ausstellung richtet sich an alle Interessierten und bietet insbesondere jungen Menschen einen wichtigen Zugang zur Geschichte. Ziel ist es, das Bewusstsein für die Vergangenheit zu stärken und ein klares Zeichen gegen das Vergessen zu setzen. Ort: Neustädter Stadtkirche Zeitraum: 27. April bis 8. Mai 2026 Wir laden Sie herzlich ein, die Ausstellung zu besuchen.

Schaufensterausstellung „Frauen im geteilten Deutschland“

Die Partnerschaft für Demokratie Neustadt in Holstein lädt herzlich zur Schaufensterausstellung „Frauen im geteilten Deutschland“ ein. Über einen Zeitraum von vier Wochen wird die Ausstellung in der Projektwerkstatt öffentlich zugänglich präsentiert und bietet einen spannenden Einblick in die Lebensrealitäten von Frauen in der Bundesrepublik und der DDR der 1970er und 1980er Jahre. Auf insgesamt 20 Plakaten werden unterschiedliche Rollenbilder, gesellschaftliche Erwartungen und politische Rahmenbedingungen beleuchtet. Dabei geht die Ausstellung der Frage nach, woher verbreitete Zuschreibungen über „die Ostfrau“ und „die Westfrau“ eigentlich kommen – und was wirklich dahintersteckt. Besucherinnen und Besucher sind eingeladen, bekannte Klischees zu hinterfragen und neue Perspektiven einzunehmen. Die Ausstellung macht deutlich, dass die Lebenswege von Frauen in Ost- und Westdeutschland vielfältig und oft widersprüchlich waren. Gleichzeitig zeigt sie Gemeinsamkeiten auf und regt dazu an, über Fragen von Gleichberechtigung, Selbstbestimmung und gesellschaftlicher Teilhabe – damals wie heute – nachzudenken. Die Schaufensterausstellung ist kostenfrei und niedrigschwellig zugänglich – ein spontaner Besuch ist jederzeit möglich. Sie richtet sich an alle Interessierten und lädt dazu ein, sich im Vorbeigehen mit einem wichtigen Kapitel deutscher Geschichte auseinanderzusetzen und ins Gespräch zu kommen.

Situations-und Ressourcenanalyse veröffentlicht

Die Partnerschaft für Demokratie (PfD) Neustadt in Holstein hat im Jahr 2025 eine Situations- und Ressourcenanalyse im Rahmen des Bundesprogramms „Demokratie leben!“ erstellt. Sie bildet die Grundlage für die zukünftige Ausrichtung der Demokratieförderung vor Ort. Die Analyse zeigt: Neustadt in Holstein ist gut aufgestellt – mit einer starken Vernetzung, engagierten Akteur*innen und langjähriger Erfahrung. Gleichzeitig werden gesellschaftliche Herausforderungen sichtbar. Dazu gehören eine zunehmende Verbreitung rechtsextremer und rechtspopulistischer Ausdrucksformen, wachsende Demokratieskepsis sowie mehr Alltagsdiskriminierung, etwa in Form von Rassismus oder Queerfeindlichkeit. Für die kommenden Jahre empfiehlt die Analyse insbesondere: Beteiligung stärken und inklusiver gestalten Prävention und politische Bildung ausbauen klare Haltung gegen Diskriminierung zeigen Vernetzung weiterentwickeln Die Ergebnisse machen deutlich, dass Neustadt in Holstein über gute Voraussetzungen verfügt, um Demokratie und gesellschaftlichen Zusammenhalt weiter zu stärken.

Bündnissitzung in kuscheliger Atmosphäre – Demokratie lebt auch ohne Strom

Dass Demokratiearbeit nicht vom Stromnetz abhängt, hat das Bündnis der Partnerschaft für Demokratie Neustadt in Holstein eindrucksvoll bewiesen. Unsere 1. Bündnissitzung 2026 am Montag, den 02.02.2026, begann wie geplant um 18:00 Uhr im neuen Sitzungssaal des Rathauses – nur eben etwas… stimmungsvoller als gedacht. Ein unerwarteter Stromausfall in Neustadt sorgte dafür, dass die Sitzung kurzerhand bei gedämpftem Licht stattfand. Laptop, Beamer und Deckenlicht verabschiedeten sich, aber das Bündnis blieb hellwach. Ganz nach dem Motto: Wir lassen unsere Projektträger nicht im Dunkeln stehen. Nach der Begrüßung und der Genehmigung der Tagesordnung wurde das Protokoll der vergangenen Sitzung ordnungsgemäß beschlossen. Die Situations- und Ressourcenanalyse sowie die Änderungen der Förderperiode 2026 wurden trotz flackernder Flammen konzentriert vorgestellt und diskutiert. Besonders lebendig wurde es bei der Vorstellung der Einzelmaßnahmen durch die jeweiligen Akteur:innen. Die vorbereiteten Tischvorlagen fanden ihren Weg sicher durch die Reihen – unterstützt von Taschenlampen, Handylampen und einer ordentlichen Portion Teamgeist. Auch die Beratung und Abstimmung über Förderempfehlungen ließ sich vom Stromausfall nicht beeindrucken. Demokratie lebt eben nicht nur von Technik, sondern vor allem vom Engagement der Beteiligten. Unter Anfragen und Verschiedenes war man sich schließlich einig: Diese Sitzung wird in Erinnerung bleiben. Wir bedanken uns bei allen Teilnehmenden für ihre Flexibilität, gute Laune und ihren Einsatz. Ein besonderer Dank gilt Danny Seidel für die souveräne Sitzungsleitung, selbst dann, wenn plötzlich das Licht ausgeht. Fazit: Auch bei Kerzenschein bleibt unsere Arbeit klar, transparent und verlässlich. Oder anders gesagt: Demokratie leben! funktioniert notfalls auch offline.

Gemeinsames Gedenken am 27. Januar

Am 27. Januar 2026 erinnerte die Partnerschaft für Demokratie Neustadt in Holstein mit einer gemeinsamen Gedenkaktion an die Opfer der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft. Anlass war der internationale Gedenktag für die Opfer des Nationalsozialismus, der an die Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz im Jahr 1945 erinnert. Ab 17 Uhr wurden der Ehrenfriedhof Cap Arcona sowie der Gedenkstein am Ende des Cap-Arcona-Weges dezent beleuchtet und boten Raum für stilles Innehalten und persönliches Gedenken. Der 27. Januar mahnt, die Erinnerung an die Verbrechen des Nationalsozialismus wachzuhalten und Verantwortung für Demokratie, Menschenwürde und ein respektvolles Miteinander zu übernehmen. Viele Bürgerinnen und Bürger folgten dem Aufruf und setzten gemeinsam ein sichtbares Zeichen gegen das Vergessen.

Schaufenster-Ausstellung „Einige waren Nachbarn: Täterschaft, Mitläufertum und Widerstand“

In der Projektwerkstatt des Kinder und Jugend Netzwerk Neustadt in Holstein e.V. ist die Schaufenster-Ausstellung „Einige waren Nachbarn: Täterschaft, Mitläufertum und Widerstand“ zu sehen. Sie geht einer zentralen Frage nach: Wie war der Holocaust möglich? Neben der Verantwortung der nationalsozialistischen Führung thematisiert die Ausstellung die Rolle der vielen „gewöhnlichen“ Menschen, deren Mitwirkung, Anpassung oder Wegsehen die Umsetzung der NS-Verbrechen erst ermöglichte. Sie beleuchtet Motive wie Gleichgültigkeit, Antisemitismus, Angst, Gruppendruck oder materiellen Vorteil. Gleichzeitig zeigt die Ausstellung Menschen, die sich nicht an Verfolgung und Verrat beteiligten, und macht deutlich, dass es auch in extremen Zeiten Alternativen zu Mitläufertum und Täterschaft gab.

Aufruf zur Antragsstellung „Demokratie leben!“ 2026

Im Rahmen der Partnerschaft für Demokratie Neustadt in Holstein stehen auch im Jahr 2026 wieder Fördermittel für Projekte zur Demokratieförderung und Extremismusprävention zur Verfügung. Die Koordinierungs- und Fachstelle „Demokratie leben!“ ruft interessierte Institutionen, Initiativen und Träger dazu auf, ihre Projektanträge bis zum 15.01.2026 einzureichen. Die Anträge sind bei der Koordinierungs- und Fachstelle der Partnerschaft für Demokratie Neustadt in Holstein einzureichen. Über die Förderung der eingegangenen Anträge entscheidet das Bündnis der Partnerschaft für Demokratie in seiner nächsten Sitzung im Februar 2026. Institutionen, die Interesse an der Durchführung eines Einzelprojektes haben oder eine Beratung wünschen, erhalten weitere Informationen bei der Koordinierungs- und Fachstelle der Partnerschaft für Demokratie.

Gedenken an die Reichspogromnacht – PfD Neustadt in Holstein setzt Zeichen

Am 9. November erinnern wir an die Reichspogromnacht von 1938 – jenen Tag, an dem in Deutschland und Österreich unter staatlicher Förderung rund 7.500 jüdische Geschäfte und Einrichtungen zerstört, über 1.200 Synagogen in Brand gesetzt und tausende jüdische Menschen misshandelt, verschleppt oder ermordet wurden. Die Pogrome markierten den Übergang von der systematischen Diskriminierung zur offenen, gewaltsamen Verfolgung jüdischer Bürgerinnen und Bürger und mündeten später im Holocaust. Mit einer Beleuchtungsaktion gedenken wir den Opfern der Pogrome und rufen zu Menschlichkeit und Solidarität auf. Begleitet wird die Aktion von dem Zitat von Margot Friedländer: „Wir sind alle gleich – es gibt kein christliches, kein muslimisches, kein jüdisches Blut, es gibt nur menschliches Blut. Seid doch einfach Menschen.“

Ausstellung "SHOA - Wie war das menschlich möglich?" im Schaufenster der Projektwerkstatt

Der Holocaust war ein beispielloser Genozid, der zwischen 1933 und 1945 von NS-Deutschland und seinen Kollaborateuren mit dem Ziel begangen wurde, das jüdische Volk vollständig und systematisch zu vernichten. Die Ausstellung beleuchtet die wesentlichen Aspekte dieser Menschheitskatastrophe. Sie eröffnet mit einem Blick auf das vielfältige jüdische Leben vor dem Holocaust und führt bis zur Befreiung der Konzentrations- und Vernichtungslager, die überall in Europa errichtet wurden. Zugleich zeigt sie den bemerkenswerten Willen der Überlebenden, nach unvorstellbarem Leid ins Leben zurückzufinden. Die Ausstellungspanels kombinieren erklärende Texte mit bewegenden persönlichen Geschichten, Zitaten von Betroffenen, historischen Fotografien sowie Abbildungen originaler Objekte. Sie machen Geschichte greifbar und eröffnen einen Raum des Gedenkens und der Reflexion.

Ausstellung »Mauer-Plakate« im Schaufenster der Projektwerkstatt

Die Ausstellung »Die Mauer. Eine Grenze durch Deutschland« wurde 2011 von der Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur gemeinsam mit den Zeitungen BILD und Die Welt konzipiert. Teile davon sind aktuell im Schaufenster der KJN-Projektwerkstatt (Brückstraße 20) zu sehen. Die Plakate zeigen eindrückliche Fotos und Dokumente zur innerdeutschen Grenze und Berliner Mauer – mit Fokus auf Flucht, Teilung und Friedliche Revolution 1989. Die Texte stammen u.a. von Sven Felix Kellerhoff (Die Welt) und Dr. Ralf Georg Reuth (BILD).

Werkstattgespräch der PfD Neustadt in Holstein

Am 17. Juli 2025 fand in der Mensa der Jacob-Lienau-Schule das Werkstattgespräch der Partnerschaft für Demokratie Neustadt in Holstein statt. Über 40 Vertreter*innen aus Verwaltung, Politik, Zivilgesellschaft und Bildung diskutierten gemeinsam über die Ergebnisse der aktuellen Situations- und Ressourcenanalyse, die von der Camino gGmbH erstellt wurde. Im Fokus standen lokale Herausforderungen wie rechtsextreme Vorfälle, Demokratieskepsis und gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit – insbesondere im schulischen Kontext und auf Social Media. Gleichzeitig wurden auch vorhandene Potenziale sichtbar: gewachsene Beteiligungsstrukturen, engagierte Netzwerke und eine lebendige Erinnerungskultur. Die Ergebnisse des Abends fließen in die Weiterentwicklung der Demokratieförderung in Neustadt in Holstein ein.

Mensch vor Meinung

Mit klaren Botschaften wie „Mensch vor Meinung“, „Respekt für alle“ und „Demokratie lebt durch Handeln“ haben zahlreiche Neustädterinnen und Neustädter in den vergangenen Tagen ein sichtbares Zeichen für Toleranz und Zusammenhalt gesetzt.
Die vom Kinder- und Jugendnetzwerk Neustadt (KJN) initiierte Fotoaktion in Kooperation mit der „Partnerschaft für Demokratie Neustadt in Holstein“ war ein voller Erfolg. Am 13. und 14. Februar öffnete Fotograf Reimo Schaaf sein Atelier in der Hochtorstraße 9 und verwandelte es für zwei Nachmittage in einen Ort gelebter Demokratie. Kinder, Jugendliche und Erwachsene aus Neustadt und Umgebung kamen vorbei, um sich mit den kraftvollen Slogans ablichten zu lassen – und damit Haltung zu zeigen. „Wir sind begeistert von der Resonanz“, freut sich Mano Salokat, 1. Vorsitzender des KJN. „Viele Menschen haben spontan mitgemacht, um ein positives Zeichen zu setzen. Gerade in einer Zeit, in der die Gesellschaft oft von Unsicherheit und Spaltung geprägt ist, tut es gut zu erleben, wie groß die Bereitschaft ist, für Menschlichkeit einzustehen.“ Ein Aufruf zu mehr Dialog und Verständnis Auch Danny Seidel von der Koordinierungs- und Fachstelle „Demokratie leben!“ zeigte sich beeindruckt von der Beteiligung:
„Diese Aktion macht sichtbar, dass Demokratie von Begegnung lebt – davon, dass Menschen miteinander reden, auch wenn sie unterschiedlicher Meinung sind. Der Slogan ‚Mensch vor Meinung‘ bringt genau das auf den Punkt.“ Viele Teilnehmende äußerten im Gespräch, dass sie die Aktion als willkommene Gelegenheit sahen, sich aktiv einzubringen und Haltung zu zeigen – ohne laut zu sein, sondern mit einem stillen, aber klaren Bild.

Wie tickt Neustadt? Situations- und Ressourcenanalyse läuft

Die PfD Neustadt hat das Forschungsinstitut Camino gGmbH mit einer Situations- und Ressourcenanalyse beauftragt. Ziel ist es, Herausforderungen, Bedarfe und vorhandene Potenziale in Bezug auf Demokratiearbeit systematisch zu erfassen. Die Analyse umfasst Dokumentenanalysen, Interviews und Fokusgruppendiskussionen (6./7. Mai 2025). Erste Ergebnisse werden beim Werkstattgespräch am 17. Juli 2025 (Mensa der Jacob-Lienau-Schule) vorgestellt. Alle Interessierten sind eingeladen, sich aktiv zu beteiligen.

Demokratiekonferenz 2025 in der Kulturwerkstatt Forum

Am Dienstag, den 20. Mai 2025, fand in der Kulturwerkstatt Forum in Neustadt in Holstein die diesjährige Demokratiekonferenz 2025 der Partnerschaft für Demokratie Neustadt in Holstein statt. Unter dem Titel „Rechtsextreme in der Kommunalpolitik – was tun?“ versammelten sich 46 interessierte Gäste, um sich mit einem hochaktuellen Thema auseinanderzusetzen. Nach der Begrüßung folgte ein Vortrag mit anschließender Diskussion von Anika Taschke von der Rosa-Luxemburg-Stiftung, welcher zentrale Herausforderungen im Umgang mit rechtsextremen Tendenzen in der Kommunalpolitik thematisierte. Im Anschluss klang der Abend klang in entspannter Atmosphäre mit Vernetzung und weiterem Austausch aus. Die Veranstaltung unterstrich eindrucksvoll die Bedeutung von Diskussion, Vernetzung und Mitgestaltung. Die eingebrachten Beiträge der Teilnehmenden fließen direkt in die zukünftige Arbeit der Partnerschaft für Demokratie ein. Wir bedanken uns herzlich bei allen Teilnehmenden für das Interesse und Engagement!

»Demokratie leben!«: Neustadt startet in neue Förderperiode

Die PfD Neustadt in Holstein startet mit frischer Energie in die neue Förderperiode des Bundesprogramms »Demokratie leben!« gefördert durch das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend. Auch in den kommenden Jahren unterstützen wir lokale Projekte, die sich für ein respektvolles Miteinander, gegen Extremismus und für demokratisches Engagement einsetzen. Im Fokus stehen die Beteiligung von Bürger*innen – insbesondere von Kindern und Jugendlichen – sowie die Stärkung zivilgesellschaftlicher Strukturen. Alle Interessierten sind herzlich eingeladen, sich mit Projektideen, in Gremien oder durch ehrenamtliches Engagement einzubringen. Aktuelle Ausschreibungen, Veranstaltungen und Mitmach-Möglichkeiten finden Sie hier auf unserer Website. Lassen Sie uns gemeinsam Demokratie leben!

Termine

Demokratiekonferenz der PfD Neustadt in Holstein

09.06.2026, um 18.30 Uhr – Kulturwerkstatt Forum Neustadt i.H.
Die Partnerschaft für Demokratie Neustadt in Holstein lädt zur Demokratiekonferenz ein: Clemens Tangerding liest aus „Rückkehr nach Rottendorf“. Im Anschluss findet eine offene Diskussion zu Erinnerungskultur und Demokratie statt.

Spielplatzfest am Familientreff

13.06.2026 – Familientreff am Westpreußenring - Neustadt i.H.
Am 13. Juni feiert der Familientreff am Westpreußenring ein buntes Spielplatzes für die ganze Familie. Von 14.30 - 17.30 Uhr können die Kinder vielfältige Spiele und kreative Stände ausprobieren. Den Abschluss bildet, wie in den vergangenen Jahren, eine große Tombola.

Public Viewing mit dem KiJuPa

14.06.2026 – Neustadt i.H.
Das Kinder- und Jugendparlament der Stadt Neustadt in Holstein lädt alle Fußballfans zwischen 10 und 18 Jahren herzlich zum kostenlosen Public Viewing des EM-Auftaktspiels Deutschland gegen Curaçao ein. Am 14. Juni 2026 um 19 Uhr öffnet das Kinocenter am Kremper Tor einen der drei Säle exklusiv für junge Menschen.

ÜBER UNS

Über uns

Die Partnerschaft für Demokratie (PfD) in Neustadt in Holstein ist Teil des Bundesprogramms »Demokratie leben! – Demokratie fördern. Vielfalt gestalten. Extremismus vorbeugen.« Die PfD wird mit jährlich 140.000 € durch das Bundesfamilienministerium gefördert, dazu kommen 14.000 € vom Land Schleswig-Holstein und 2.000 € von der Stadt Neustadt. Unser Ziel ist es, demokratisch engagierte Menschen, Initiativen und Vereine in Neustadt zu stärken und zu vernetzen. Verwaltung und Zivilgesellschaft arbeiten gemeinsam an einer vielfältigen und respektvollen Demokratie vor Ort.

Wer mehr über das Bundesprogramm »Demokratie leben!« erfahren möchte, klicke hier.

Struktur der PfD

Über Förderanträge entscheidet ein Bündnis aus Vertreter*innen lokaler Vereine, Initiativen, Verwaltung, Politik und dem Kinder- und Jugendparlament. Die Koordinierungs- und Fachstelle liegt beim Kinder- und Jugendnetzwerk Neustadt e. V. Sie begleitet, vernetzt und unterstützt Antragsteller*innen und Projekte.

PROJEKTE

Laufende & vergangene Projekte

Workshops, Kurse, Aktionen, Beratung, Kunst, Kultur, Erinnerungsarbeit und vieles mehr: Was passiert innerhalb der Partnerschaft für Demokratie Neustadt in Holstein (PfD)? Hier finden Sie in Kürze eine Übersicht laufender und abgeschlossener Projekte. 

Miteinander Erinnern

Rund 300 Besucher bei "Miteinander Erinnern“ in Neustadt in Holstein Das Projekt „Miteinander Erinnern“ war ein voller Erfolg: Rund 300 Besucherinnen und Besucher kamen zusammen, um sich auf kreative und vielfältige Weise mit dem Thema Erinnerungskultur und der Geschichte der Cap Arcona auseinanderzusetzen. Schülerinnen und Schüler aller Neustädter Schulen beteiligten sich engagiert an den angebotenen Workshops und präsentierten ihre Ideen, Gedanken und künstlerischen Arbeiten. Dabei entstanden eindrucksvolle Beiträge, die zum Nachdenken anregten und den Austausch zwischen den Generationen förderten. Organisiert wurde die Veranstaltung vom Kinder und Jugend Netzwerk Neustadt in Holstein mit Unterstützung des Bündnisses der Partnerschaft für Demokratie sowie weiteren Netzwerkpartnern. Gemeinsam mit zahlreichen Workshop-Anbietern wurde ein abwechslungsreiches Programm auf die Beine gestellt, das sowohl informativ als auch kreativ war. Ein besonderer Dank gilt allen beteiligten Kindern und Jugendlichen für ihre Offenheit und Kreativität. Ebenso bedanken wir uns bei den vielen Helferinnen und Helfern sowie Unterstützerinnen und Unterstützern, die mit ihrem Engagement zum Gelingen der Veranstaltung beigetragen haben. Das Projekt „Miteinander Erinnern“ hat eindrucksvoll gezeigt, wie wichtig und lebendig Erinnerungskultur sein kann, und dass gemeinsames Erinnern auch verbinden und Freude machen darf.

Zukunft braucht Erinnerung

Rund 120 Gäste waren am vergangenen Samstagabend der Einladung des Arbeitskreises Cap Arcona gefolgt, um den Vortrag des Historikers Prof. Dr. Wolfgang Benz in der Kulturwerkstatt Forum zu hören. Anlass war der bevorstehende 81. Jahrestag der Cap-Arcona-Tragödie. Benz sprach über die Verbrechen in der Endphase des Zweiten Weltkriegs und ordnete die Ereignisse rund um den 3. Mai 1945 in Neustadt historisch ein. Dabei wurde deutlich: Die Eskalation – mit bombardierten Schiffen, tausenden Toten auf See und der Ermordung der Stutthof-Häftlinge an Land – war kein zufälliges Zusammenwirken unglücklicher Umstände. Vielmehr sei das, was in den letzten Kriegstagen in eine regelrechte Raserei mündete, bereits in der Ideologie des Nationalsozialismus selbst angelegt gewesen. Ein weiterer Schwerpunkt lag auf der Frage nach den Motiven der Täter in dieser Phase: Welche Rolle spielten Frustration, Durchhalteparolen oder der Glaube an eine „Wunderwaffe“? Warum setzte sich die Gewalt bis zuletzt fort, obwohl der Krieg längst verloren war? Benz zeichnete hier ein Bild von ideologischer Verblendung, Fanatismus und einem System, das bis zum Ende auf Vernichtung ausgerichtet blieb. Zum Abschluss schlug der Berliner Historiker den Bogen in die Gegenwart. Erinnerung allein, so Benz, reiche nicht aus. Es gehe darum, wachsam zu bleiben, Gefahren früh zu erkennen und Widerstand zu leisten. Für diesen Appell erhielt er lang anhaltenden Applaus.

Markt der Erinnerungen

Am Freitag, dem 2. Mai, verwandelte sich der Neustädter Marktplatz in einen lebendigen „Marktplatz der Erinnerungen“. Von 9 bis 14 Uhr setzten sich zahlreiche Besucherinnen und Besucher – insbesondere viele Jugendliche – kreativ und persönlich mit der Cap-Arcona-Katastrophe auseinander. Im Zentrum der Veranstaltung standen vielfältige künstlerische Mitmachaktionen: Illustratorin Julia Kärgel lud unter dem Motto „Kunst trifft Geschichte“ zum Zeichnen gegen das Vergessen ein, während Monika Mertens mit einer interaktiven Klangreise Gedanken und Gefühle mit Musik verband. Musikerin Uli von Welt komponierte gemeinsam mit Teilnehmenden spontane Lieder, und Sonja Knoop gestaltete mit ihnen Graffiti-Kunstwerke. Auch Comiczeichner Marius Schmidt, Künstler Lucian Hohan und das Projekt „Lego trifft Geschichte“ von Danny Seidel boten kreative Zugänge zum Gedenken. Ergänzt wurden die Angebote durch Informationsstände des Cap-Arcona-Arbeitskreises, Neustädter Schulen und des Architekturbüros Pysall, das das neue Dokumentationszentrum Cap Arcona plant. Ein besonderes Highlight war die begleitende Wanderausstellung „Cap Arcona. Erinnern an ein Verbrechen.“ in der Stadtkirche. Der Tag zeigte eindrucksvoll, wie lebendige Erinnerungskultur durch kreative Beteiligung neue Perspektiven eröffnen kann.

Diskriminierungsradar

Vom 16. bis 19. Juni 2025 nahmen 95 Schülerinnen und Schüler der 9. Klassen des Küstengymnasiums am Workshop „Diskriminierungsradar – wie wir in Schubladen denken und kommunizieren“ teil. Unter der Leitung von Marvin Nhansah setzten sich die Jugendlichen intensiv mit Alltagsrassismus, Diskriminierung und unbewussten Vorurteilen auseinander. Durch interaktive und multimediale Methoden wurden Perspektivwechsel angeregt und ein bewusster Umgang mit Vielfalt gefördert. Ziel war es, die Jugendlichen zu sensibilisieren, ihre eigenen Denkmuster zu reflektieren und demokratische Werte im Alltag zu stärken. Die Rückmeldungen der Teilnehmenden waren durchweg positiv – der Workshop war ein wichtiger Impuls für ein respektvolles Miteinander in und außerhalb der Schule.

Erinnerung bewahren

Im Mai erlebten Schülerinnen und Schüler der Neustädter Schulen ein außergewöhnliches Projekt zur Auseinandersetzung mit der NS-Geschichte. Ein bewegender Höhepunkt war die Begegnung mit Manfred Goldberg, einem der letzten Holocaust-Überlebenden, der sogar in Neustadt in Holstein befreit wurde. Seine Lebensgeschichte und Zeugnisse gaben den Jugendlichen bleibende Eindrücke, die sie in einer würdigen Präsentation weitertrugen. Ebenso eindrucksvoll war die szenische Lesung von Schülerinnen und Schülern des Küstengymnasiums zu Zeitzeugenberichten über den Untergang der Cap Arcona 1945, die in kreativer Form die Stimmen der Überlebenden lebendig machte und großes Publikum erreichte. Einen Exkursion zur Gedenkstätte Neuengamme vertiefte das Erlebte und verband es mit dem authentischen Ort des Gedenkens. Dieses Projekt hat auf eindrucksvolle Weise gezeigt, wie wichtig es ist, Erinnerungen wachzuhalten und die Werte von Menschlichkeit und Zivilcourage in die Zukunft zu tragen.

Kinderfolklore

Im Rahmen des diesjährigen Europäischen Folklore Festivals wurde der Neustädter Marktplatz zu einem lebendigen Treffpunkt für junge Menschen aus aller Welt. Beim Kinder- und Jugendtag, der allen Besucherinnen und Besuchern offenstand, drehte sich alles um Begegnung, Kreativität und gemeinsames Erleben. Mit einem speziell für Kinder und Jugendliche gestalteten Programm lud der Tag dazu ein, aktiv am Festivalgeschehen teilzunehmen. Auf der Bühne sorgten vielfältige Tanz- und Musikauftritte für Begeisterung, während rundherum zahlreiche Kreativangebote zum Mitmachen einluden – von Bastelaktionen bis hin zu kleinen Tanzworkshops. Besonders bereichernd war der Austausch mit den jugendlichen Mitgliedern der internationalen Folklore-Gruppen, die ihre Kulturen vorstellten und gemeinsam mit den Neustädter Kindern und Jugendlichen tanzten, musizierten und lachten. So entstanden spielerisch neue Kontakte und ein lebendiges Miteinander über kulturelle Grenzen hinweg. Der Tag zeigte eindrucksvoll, wie durch gemeinsames Tun Vorurteile abgebaut und Verständnis füreinander gefördert werden können. Ein gelungenes Beispiel dafür, wie Folklore junge Menschen verbindet und Vielfalt erlebbar macht.

Erinnern, Begegnen, Verstehen – Generationenübergreifende Projektfahrt nach Krakau

Vom 13. bis 17. Oktober 2025 machten sich eine generationenübergreifende Projektgruppe auf den Weg nach Krakau, um gemeinsam Geschichte zu begreifen und lebendige Erinnerung zu erfahren. Ein zentrales Ziel der Fahrt war der Besuch der KZ Gedenkstätte Auschwitz-Birkenau. Der Rundgang über das weitläufige Gelände und die dort vermittelten Schicksale hinterließen tiefe Eindrücke und bewegten alle Teilnehmenden. Deutlich wurde, wie wichtig es ist, die Erinnerung an die Verbrechen des Nationalsozialismus zu bewahren und Verantwortung für die Zukunft zu übernehmen. Ein weiterer Höhepunkt war die Besichtigung der ehemaligen Schindler-Werke, wo eindrucksvoll vermittelt wird, wie Oskar Schindler während der NS-Zeit über 1.000 jüdische Menschen vor der Deportation rettete. Die Ausstellung machte Geschichte greifbar und weckte viele Gespräche über Mut, Menschlichkeit und Zivilcourage. Neben den ernsten Momenten bot die Reise auch Raum, Krakau von seiner lebendigen Seite kennenzulernen. Eine Bootsfahrt auf der Weichsel eröffnete neue Perspektiven auf die historische Altstadt und die Wawel-Burg. Bei einem Spaziergang durch das jüdische Viertel Kazimierz tauchten die Teilnehmenden in die bewegte Geschichte und reiche Kultur des Stadtteils ein. Den kulinarischen Abschluss bildete ein gemeinsames Abendessen mit traditionellen Spezialitäten der jüdischen Küche. Besonders prägend war das generationenübergreifende Miteinander. Jung und Alt kamen ins Gespräch, tauschten Eindrücke aus und lernten voneinander. So wurde die Fahrt zu einer intensiven Erfahrung, die Brücken zwischen Vergangenheit und Gegenwart, zwischen Erinnerung und Verantwortung schlug. Am Ende dieser besonderen Reise stand die Erkenntnis: Geschichte zu verstehen gelingt am besten gemeinsam.

„Was machen die denn da?“ – Klassensprecher*innen blicken in die Arbeit des KiJupas

Rund 100 Klassensprecherinnen aus Neustadt in Holstein haben am Dienstag, den 30. September, bei einer schulartübergreifenden Konferenz die Arbeit des Kinder- und Jugendparlaments (KiJuPa) kennengelernt. Unter dem Motto „Was machen die denn da?“ standen in der Mensa der Jacob-Lienau-Schule Erfolge, Herausforderungen und persönliche Erfahrungen der jungen Parlamentarierinnen im Mittelpunkt. Zum Auftakt wurde eine große Umfrage zum Thema „Demokratisierung des Lernens in Schule“ durchgeführt – ein Fragebogen der Bertelsmann-Stiftung, den die Schüler*innen verschiedener Jahrgänge gemeinsam ausfüllten, wobei die Älteren den Jüngeren halfen. Die nicht repräsentative Befragung sollte ein Stimmungsbild geben: Wie viel Mitbestimmung ist an Schulen möglich? Wie stark ist Beteiligung im Unterricht, bei Prüfungen oder im Schulleben verankert? Nach diesem Denkanstoß – die Auswertung steht noch aus – sammelten die Teilnehmenden erste Ideen zur Frage „Was glaubt ihr, kann und macht ein Kinder- und Jugendparlament?“ Dabei zeigte sich ein sehr unterschiedliches Wissen über die Arbeit des KiJuPas in Neustadt: Viele konnten treffend beschreiben, wofür sich das Parlament einsetzt und wie es arbeitet, andere hatten bislang nicht einmal davon gehört. Im Anschluss stellte sich ein vierköpfiges Team aktueller KiJuPa-Mitglieder den Fragen der Moderierenden Sebastian Bertram und Ragna Riensberg, die das Projekt „Was machen die denn da?“ im Rahmen des Kinder- und Jugendnetzwerks Neustadt in Holstein e. V. (KJN) begleiten. Die Jugendlichen berichteten, was sie im KiJuPa erlebt und gelernt haben – von der Umsetzung kleiner Projekte bis zur Erfahrung, Verantwortung zu übernehmen und demokratische Prozesse aktiv mitzugestalten. Ihre Antworten machten deutlich: Das KiJuPa ist eine „Schule fürs Leben“, in der junge Menschen lernen, für ihre Themen einzutreten, zu verhandeln und mit bislang unbekannten Ansprechpartner*innen aus Verwaltung und Stadtgesellschaft in Kontakt zu treten, Mails zu verfassen und Telefonate zu führen. In Tischgruppen tauschten sich die Klassensprecher*innen anschließend über die Frage aus: „Was wäre euer persönliches Motiv für eine Kandidatur?“ Die Antworten reichten von dem Wunsch nach mehr Freizeitangeboten, Umweltprojekten und Begegnungsorten für Jugendliche bis hin zu ganz konkreten Alltagsanliegen wie besseren Busverbindungen oder überdachten Fahrradständern. Einige Interessierte nutzten die Gelegenheit, ihre Motivation in kurzen Pitches zu präsentieren. Rasch wurde deutlich, in welchen Bereichen sich das KiJuPa aktiv einbringen kann und wo die Grenzen jugendlicher Mitbestimmung für ein solches Gremium liegen.

Gib deinen Senf dazu!!!

Um Kinder und Jugendliche für Demokratie zu begeistern, werden verschiedene Sozialräume aufgesucht, um mit der Aktion „Was wäre, wenn…?“ zum Mitmachen und Nachdenken einzuladen. Bei Kochaktionen und den sogenannten „Diskussionswürstchen“ kommen junge Menschen miteinander ins Gespräch – natürlich darf jeder dabei seinen Senf dazugeben. Mit Blick auf die #Lawa2025 werden außerdem öffentliche Veranstaltungen und Schulen besucht, um die Arbeit des Kinder- und Jugendparlaments kennenzulernen und sich vielleicht selbst als Kandidatin aufstellen zu lassen. Ein besonderer Höhepunkt ist die geplante Wochenendfahrt nach Kappeln an der Schlei, bei der junge, neu gewählte und interessierte Politiker*innen gemeinsam mit pädagogischen Fachkräften politische Ideen und Projekte entwickeln – in einer Umgebung, die Raum für Austausch, Gemeinschaft und Kreativität bietet.

FÖRDERUNG

Der Weg zur Projektunterstützung

Gefördert werden können:

  • Vereine, Initiativen und zivilgesellschaftliche Organisationen
  • Bildungseinrichtungen und Jugendgruppen
  • Einzelpersonen, die ein gemeinnütziges Projekt umsetzen möchten (in Kooperation mit einem Träger)

Die PfD Neustadt in Holstein fördert Projekte, die sich mit folgenden Themen befassen:

  • Demokratieförderung: Stärkung demokratischer Werte, politische Bildung, Beteiligungsformate
  • Vielfalt und Toleranz: Maßnahmen gegen Diskriminierung, Projekte für gesellschaftlichen Zusammenhalt
  • Extremismusprävention: Aufklärung und Prävention gegen demokratiefeindliche Strömungen
  • Kinder- und Jugendbeteiligung: Stärkung der Mitbestimmung von jungen Menschen in der Gesellschaft

So läuft die Antragstellung ab:

  1. Projektidee entwickeln – Kontaktaufnahme zur Fachstelle

  2. Antrag einreichen (Kurzbeschreibung + Kostenplan)

  3. Entscheidung durch das PfD-Bündnis

  4. Bewilligung und Umsetzung mit Unterstützung der Fachstelle

KONTAKT

Koordinierung- und Fachstelle »Demokratie leben!«

Danny Seidel: dseidel@stadt-neustadt.de
Kirsten Friedrich: kfriedrich@stadt-neustadt.de
Ziegelhof 8, 23730 Neustadt
Tel.: (04561) 619-304 oder 0173-1705488

Federführendes Amt
Andreas Adler, Stadtjugendpflege
aadler@stadt-neustadt.de
Am Markt 1, 23730 Neustadt
Tel.: (04561) 619521

Meldung eines antidemokratischen Vorfalls

Sie haben etwas beobachtet oder erlebt, das demokratische Werte verletzt? Bitte melden Sie den Vorfall – Ihre Hinweise helfen, Gegenmaßnahmen zu entwickeln.

Raumbelegungsplan für KJN-Projektwerkstatt (Brückstraße 20, 23730 Neustadt i. H.) 

Träger

Kinder- und Jugendnetzwerk Neustadt in Holstein e. V. (KJN)
Brückstraße 20, 23730 Neustadt
Tel.: +49 4561 7172720
E-Mail: vorstand@kjn-neustadt.de
Web: www.kjn-neustadt.de

Diese Website basiert auf der Infrastruktur des KJN e. V.

© 2020–2023 Kinder- und Jugendnetzwerk Neustadt in Holstein e. V.

Die Webpräsenz der Partnerschaft für Demokratie Neustadt in Holstein wird gehostet auf der Backend-Struktur des Kinder- und Jugendnetzwerks Neustadt in Holstein e. V.

Copyright © 2020 – 2023 Kinder- und Jugendnetzwerk Neustadt in Holstein e. V.

Meldung eines antidemokratischen Vorfalls

Sie haben einen Vorfall beobachtet oder erlebt, der demokratische Werte verletzt? Helfen Sie uns, indem Sie den Vorfall melden. Ihre Angaben können dazu beitragen, demokratiefeindliche Tendenzen sichtbar zu machen und Gegenmaßnahmen zu ergreifen.

Wann hat der Vorfall stattgefunden?
Was ist passiert?

Vielen Dank für Ihre Meldung! Sie hilft dabei, Demokratie und Vielfalt in Neustadt in Holstein zu schützen. Wenn Sie Unterstützung benötigen, stehen wir Ihnen gerne zur Seite.