Mit eigenen Planeten ins Gespräch kommen: „Wir und die Cap Arcona“ auf Markt der Erinnerung

Was ist mir wichtig? Welche Themen beschäftigen mich? Und wo gibt es Gemeinsamkeiten mit anderen? Mit diesen Fragen konnten sich Besucherinnen und Besucher am 4. Mai 2026 beim „Markt der Erinnerungen“ in Neustadt beschäftigen. Das Projekt „Wir und die Cap Arcona“ des Kinder- und Jugendnetzwerks Neustadt in Holstein (KJN) stellte dort seine Arbeit vor und lud zum Mitmachen ein.

Im Mittelpunkt stand die sogenannte Planeten-Methode. Dabei gestalteten die Teilnehmenden auf Papier eigene kleine Welten, auf denen sie persönliche Interessen, Erfahrungen und Wünsche festhielten. Die entstandenen Planeten boten anschließend Anlass, miteinander ins Gespräch zu kommen, Gemeinsamkeiten zu entdecken und unterschiedliche Sichtweisen kennenzulernen. Auch Menschen, die bislang nichts mit dem Projekt zu tun hatten, konnten sich auf diese Weise beteiligen.

Ein weiteres Angebot war ein Video, das Teilnehmende während der Bildungsfahrt selbst erstellt hatten. Ursprünglich sollte der Film in einer kleinen Kinoanlage gezeigt werden. Die Technik versagte jedoch trotz intensiver Bemühungen einiger Jugendlicher, sie wieder zum Laufen zu bringen. Schließlich konnte das Video auf einem Laptop angeschaut werden. So erhielten Interessierte dennoch einen unmittelbaren Einblick in die Reise aus der Perspektive der Jugendlichen.

Die Planeten-Methode war bereits in den vorbereitenden Workshops des Projekts eingesetzt worden. Dort hatten Jugendliche eigene Interessen formuliert, Ideen entwickelt und gemeinsam Entscheidungen getroffen. Anschließend führte sie eine Bildungsfahrt nach Frankfurt, Augsburg und in die Region Kaufering, wo sie sich mit der Geschichte des Nationalsozialismus und unterschiedlichen Formen des Erinnerns auseinandersetzten.

Beim Markt der Erinnerungen bot sich nun Gelegenheit, Erfahrungen aus dem Projektweiterzugeben und mit Menschen verschiedener Generationen darüber zu sprechen. Dabei ging es auch um die Frage, was die Geschichte der Cap Arcona für junge Menschen heute bedeutet und wie sie selbst Erinnerungskultur mitgestalten können. Der Markt zeigte, wie sich die Beschäftigung mit Geschichte mit offenen Beteiligungsangeboten verbinden lässt. Die Planeten-Methode ermöglichte einen persönlichen Einstieg, ohne dass historische Vorkenntnisse erforderlich waren. Das selbst produzierte Video ergänzte diesen Zugang um die Eindrücke der Jugendlichen von der Bildungsfahrt.

Das Projekt „Wir und die Cap Arcona“ wird vom Kinder- und Jugendnetzwerk Neustadt in Holstein e. V. getragen und im Rahmen von Erasmus+ Jugend durch die Europäische Union kofinanziert. Zuständige Nationale Agentur ist JUGEND für Europa.


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