Nach sieben Jahren Pause ist der Präventive Rat von Neustadt in Holstein wieder zusammengekommen. Rund 45 Menschen aus unterschiedlichen Bereichen trafen sich in der Mensa der Jacob-Lienau-Schule, um gemeinsam auf aktuelle Herausforderungen, vorhandene Möglichkeiten und mögliche nächste Schritte zu schauen.
„Ich freue mich sehr, dass wir nach sieben Jahren den Faden wieder aufnehmen“, sagte Bürgermeister Mirko Spieckermann zur Begrüßung. „Wir haben in der Vergangenheit gesehen, dass aus dem Austausch konkrete Arbeitsgruppen, Projekte und Kooperationen entstehen können. Daran wollen wir wieder anknüpfen.“
Eingeladen hatten die Stadt Neustadt in Holstein mit der Stadtjugendpflege und die Partnerschaft für Demokratie Neustadt in Holstein. Mit dabei waren Vertreterinnen und Vertreter aus Schulsozialdienst, Jugendeinrichtungen, Verwaltung, Polizei und Zivilgesellschaft.
Was nehmen wir wahr? Was haben wir schon? Und was machen wir daraus? Diese drei Fragen bestimmten die gemeinsame Arbeit. Ausgangspunkt war die 2025 für die Partnerschaft für Demokratie erstellte Situations- und Ressourcenanalyse.
Im Mittelpunkt standen drei Themenblöcke: der Umgang mit Rechtsextremismus, gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit und demokratiefeindlichen Vorfällen, Jugendliche zwischen Demokratieskepsis, Social Media und Beteiligung sowie ein sicherer öffentlicher Raum und kommunale Verantwortung.
Eine Erkenntnis zog sich durch die unterschiedlichen Themen: In Neustadt muss nicht überall bei null angefangen werden. Beratungs- und Beteiligungsangebote, Jugendeinrichtungen, demokratiestärkende Angebote, eine aktive Vereinslandschaft und Netzwerke sind bereits vorhanden. Umso wichtiger ist die Frage, wie diese Strukturen und ihre Ansprechpartner noch sichtbarer, bekannter und niedrigschwelliger erreichbar werden können.
Genauso wichtig ist es, genauer hinzuhören. Wo fühlen sich Menschen unsicher? Welche Angebote fehlen? Was brauchen Menschen unterschiedlicher Generationen? Mehr Befragungen und ein stärkeres Bedürfnismanagement gehörten deshalb zu den Ansätzen, die an diesem Abend diskutiert wurden.
Dabei richtet sich der Blick nicht nur auf Stadt, Einrichtungen und Institutionen. Auch Zivilgesellschaft lebt davon, dass vorhandene Möglichkeiten gesucht, genutzt und mit Leben gefüllt werden. Beteiligung funktioniert in beide Richtungen: Strukturen müssen zugänglich sein – und Menschen aller Generationen sind eingeladen, diese Möglichkeiten wahrzunehmen und sich einzubringen.
Der Abend war bewusst nicht darauf angelegt, bereits über einzelne Maßnahmen zu entscheiden. Die Koordinierungs- und Fachstelle der Partnerschaft für Demokratie und das federführende Amt für gesellschaftliche Angelegenheiten mit der Stadtjugendpflege dokumentieren und prüfen nun die Ergebnisse für die weitere Konzeptarbeit. Perspektivisch sollen Ergebnisse auch auf der Webseite der Partnerschaft für Demokratie Neustadt in Holstein und auf den Info-Monitoren der Stadtjugendpflege veröffentlicht und damit öffentlich zugänglich gemacht werden.
Und vor allem: Der wieder aufgenommene Faden soll nicht gleich wieder abreißen. Weitere Treffen des Präventiven Rates sollen folgen.













