Die Vorbereitung der Bildungsfahrt im Projekt »Wir und die Cap Arcona« wird zunehmend konkret. In zwei Treffen im September arbeiteten Jugendliche und Erwachsene intensiv daran, Ziele zu schärfen, Fragen zu entwickeln – und vor allem: gemeinsam Entscheidungen zu treffen. Dabei wurde schnell deutlich, dass es nicht nur um Organisation geht, sondern um ein gemeinsames Verständnis der Reise.
Ein zentrales Werkzeug dafür war die Methode »Fist to Five«. Statt einfacher Ja-Nein-Abstimmungen konnten die Jugendlichen ihre Haltung differenziert zeigen – von klarer Ablehnung bis zu voller Zustimmung. So wurde sichtbar: Auch Unsicherheiten oder Zwischentöne gehören dazu. Beteiligung heißt hier, die eigene Stimme einzubringen – und die der anderen ernst zu nehmen.
Inhaltlich führte die Planung quer durch die Stationen der Reise: vom Anne-Frank-Haus und der Bildungsstätte über die Frankfurter Paulskirche bis hin nach Augsburg und zum KZ-Außenlager Kaufering. Dabei standen nicht nur historische Fakten im Mittelpunkt, sondern Fragen, die die Jugendlichen direkt betreffen: Wie fühlt sich Einsamkeit an? Wo entsteht Gemeinschaft? Und wie kann Erinnerung so gestaltet werden, dass sie auch heute noch etwas auslöst?
Beim zweiten Treffen wurde die Planung noch greifbarer. Die Gruppe verständigte sich auf konkrete Abläufe, organisierte die Mobilität und legte fest, wie die Inhalte vor Ort erarbeitet werden sollen: in kleinen Teams, die eigene Perspektiven entwickeln, filmen und dokumentieren. Auch für die Freizeit wurden bewusst Spielräume gelassen – ob Aussicht vom Main Tower, Museumsbesuch oder Virtual-Reality-Erlebnis: Unterschiedliche Interessen sollen nebeneinander Platz haben.
Ein wichtiger Schritt war die Bildung von Arbeitsgruppen. Ausgangspunkt waren die zuvor gestalteten »Planeten«, deren Motive nun inhaltlich weitergeführt werden: Gegensätze wie Chaos und Ordnung, Fragen von Entwicklung und Vielfalt oder die Art, wie Geschichte erzählt wird. Die Jugendlichen recherchieren dazu eigenständig und bringen ihre Ergebnisse in die weitere Planung ein.
So wächst aus vielen einzelnen Ideen Schritt für Schritt ein gemeinsames Projekt. Die Bildungsfahrt wird damit mehr als eine Exkursion: Sie wird zu einem Prozess, in dem Jugendliche ihre Perspektiven einbringen, Verantwortung übernehmen und gemeinsam herausfinden, wie Erinnerung, Demokratie und eigenes Erleben zusammenhängen.







