Mitten in den Sommerferien füllte sich das Jugendcafé in Neustadt mit Leben: Jugendliche und Erwachsene kamen zusammen, um im Projekt »Wir und die Cap Arcona« weiterzuarbeiten – und gemeinsam neue Wege zu erproben. Gleich zu Beginn wurde es praktisch: In der Übung »Rettungsboot« musste die Gruppe gemeinsam entscheiden, wer an Bord bleibt – und wie diese Entscheidung zustande kommt. Schnell zeigte sich, dass es dabei nicht nur um gute Argumente ging, sondern um Vertrauen, Abstimmung und das Gefühl, als Gruppe handlungsfähig zu sein.
Im anschließenden Workshop »Vom Ich zum Wir« wurde es kreativ. Aus einfachen runden Vorlagen entstanden ganz eigene »Planeten« – gestaltet mit Farben, Stoffen, Holz, Glitzer und viel Fantasie. Schnell zeigte sich: Die Aufgabe war mehr als ein Bastelprojekt. Sie lud dazu ein, sich selbst auszudrücken und gleichzeitig die Verbindung zu anderen zu suchen.
Die Ergebnisse waren so unterschiedlich wie die Teilnehmenden selbst. Manche Planeten entstanden spontan und intuitiv, andere folgten klaren Ideen. Immer wieder tauchten Gegensätze auf: hell und dunkel, Ordnung und Chaos, Nähe und Ferne. Wasser spielte häufig eine Rolle – als Fluss, Regenbogen oder verbindendes Element. Und doch ergab sich trotz aller Unterschiede ein stimmiges Gesamtbild.
In den Gesprächen wurde deutlich, wie eng Kreativität und persönliche Fragen zusammenhängen. Die Planeten wurden zu Spiegeln eigener Erfahrungen: Wo fühle ich mich allein? Wo erlebe ich Gemeinschaft? Die Antworten reichten von alltäglichen Beobachtungen bis zu sehr persönlichen Gedanken über Zugehörigkeit und Anderssein.
Auch das gemeinsame Essen – mal Pizza, mal Döner oder Burger – gehörte dazu. Es schuf Raum für Austausch jenseits der Aufgaben und ließ die Gruppe weiter zusammenwachsen. Schritt für Schritt wurde so erfahrbar, was das Projekt im Kern ausmacht: der Übergang vom Ich zum Wir.
Mit den fertigen Planeten ist nun ein erstes gemeinsames Fundament gelegt. In den kommenden Treffen soll darauf aufgebaut werden – mit neuen Methoden, konkreten Entscheidungen und der Vorbereitung einer Bildungsfahrt im Herbst. Der Weg ist klar: von der individuellen Idee hin zu gemeinsamer Gestaltung.







